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WhatsApp sicher einstellen für Kinder

Von Daniel Weihmann · aktualisiert am 14.09.2026

Kurz gesagt

  • WhatsApp ist in der EU ab 13 erlaubt. Die Standardeinstellungen sind offen: Profilbild und Online-Status sehen alle, und jeder darf dein Kind in Gruppen hinzufügen.
  • Das Wichtigste stellst du in zehn Minuten unter Einstellungen > Datenschutz um. Eine Sperre für Eltern gibt es im normalen Konto aber nicht, dein Kind kann alles zurückstellen.
  • Für Kinder unter 13 führt WhatsApp von Eltern verwaltete Konten ein, nur mit Nachrichten und Anrufen. Ob sie in Deutschland schon verfügbar sind, ist offen.
  • Für den Klassenchat raten klicksafe und SCHAU HIN! zu Regeln, die die Klasse zu Schuljahresbeginn gemeinsam festlegt.

Spätestens mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule führt kaum ein Weg an WhatsApp vorbei. Laut klicksafe gründen Kinder ab Klasse 5 ihre Klassenchats oft selbst, Termine und Hausaufgaben laufen darüber. Umso wichtiger ist, dass die App vorher gut eingestellt ist.

Die Menüpfade stammen aus der deutschen WhatsApp-Hilfe. Auf Android öffnest du die Einstellungen über die drei Punkte oben rechts, auf dem iPhone über „Einstellungen“ bzw. das Profilbild unten rechts. Je nach App-Version kann die Beschriftung abweichen. Ab wann WhatsApp erlaubt ist und was die Nutzungsbedingungen sagen, steht unter Altersgrenzen von Apps.

Diese Einstellungen solltest du ändern

Geht die Liste am besten mit deinem Kind zusammen durch. Alle Punkte findest du unter Einstellungen > Datenschutz.

EinstellungStandardEmpfehlung für Kinder
Zuletzt online und OnlineKontakte bzw. alleMeine Kontakte oder Niemand
ProfilbildAlleMeine Kontakte
Info und LinksKontakteMeine Kontakte oder Niemand
Statusalle KontakteMeine Kontakte außer … oder „Nur teilen mit …“
Lesebestätigungenanaus, das mindert laut SCHAU HIN! den Antwortdruck
Gruppen (wer darf hinzufügen)AlleMeine Kontakte
Anrufe: „Anrufe von Unbekannt stummschalten“ausan
Live-Standortnur wenn aktiv geteiltLaufende Freigaben prüfen und beenden
Erweitert: „Nachrichten von unbekannten Konten blockieren“ausan
Erweitert: „Linkvorschau deaktivieren“Vorschau andeaktivieren, empfiehlt medien-kindersicher.de

Einiges lässt sich nicht ändern. Die Telefonnummer deines Kindes bleibt sichtbar, in Gruppen für alle Mitglieder. „Nachrichten von unbekannten Konten blockieren“ greift laut WhatsApp erst, wenn ein unbekanntes Konto viele Nachrichten schickt, nicht bei jeder einzelnen.

Fotos nicht automatisch speichern

In großen Gruppen landet schnell ein Bild auf dem Handy, das dort nicht hingehört. Stell ein, dass Medien nicht automatisch in der Galerie gespeichert werden:

  • Android: Einstellungen > Chats > Sichtbarkeit von Medien ausschalten.
  • iPhone: Einstellungen > Chats > In Fotos speichern ausschalten.
  • Zusätzlich unter Einstellungen > Speicher und Daten den automatischen Download von Fotos und Videos einschränken.

Konto absichern

Unter Einstellungen > Konto > Verifizierung in zwei Schritten legst du ein Passwort fest. Dann kann niemand das Konto deines Kindes auf einem anderen Handy übernehmen, selbst wenn er den SMS-Code ergaunert. Den Privatsphäre-Check unter Einstellungen > Datenschutz könnt ihr zusammen durchgehen, er führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Punkte.

Und die „strikten Kontoeinstellungen“?

Unter Datenschutz > Erweitert gibt es einen Schalter, der viele Schutzfunktionen auf einmal einschaltet: Medien von Unbekannten blockieren, Profil nur für Kontakte, Gruppen nur durch Kontakte und mehr. medien-kindersicher.de empfiehlt ihn für Kinder. WhatsApp selbst beschreibt die Funktion allerdings als Schutz für Menschen, die Ziel gezielter Cyberangriffe sein könnten. Meine Einschätzung: Für ein Kinderhandy ist das eine bequeme Abkürzung, schränkt aber auch Alltägliches ein. Probiert es aus.

Was du nicht abschalten kannst

  • Kanäle: Im Tab „Aktuelles“ sieht dein Kind öffentliche Kanäle, auch ohne sie zu abonnieren. Abschalten lassen sie sich im normalen Konto nicht. Unter Datenschutz > Kanäle kannst du nur „Relevant für dich“ ausschalten, dann richten sich die Empfehlungen nicht mehr nach der Nutzung.
  • Meta AI: Der KI-Assistent ist fest eingebaut. klicksafe und SCHAU HIN! schreiben, dass man ihn nur ignorieren, nicht entfernen kann. Erklär deinem Kind, dass die KI falsch liegen kann und dass alles, was es ihr schreibt, an Meta geht.
  • Werbung: WhatsApp zeigt schrittweise Anzeigen im Status und in Kanälen, nicht in Chats.
  • Chatsperre: Chats lassen sich gedrückt halten und sperren, auf Wunsch in einem versteckten Ordner mit eigenem Code. Das schützt die Privatsphäre, kann Chats aber auch vor dir verbergen.

Von Eltern verwaltete Konten für unter 13

WhatsApp führt nach und nach Konten für Kinder unter 13 ein, die ein volljähriges Elternteil einrichtet. WhatsApp nennt dafür Kinder von 10 bis 12 Jahren. Seit August 2026 stehen sie in den Nutzungsbedingungen für die EU. Ob sie in Deutschland schon angeboten werden, konnte ich nicht bestätigen. Laut WhatsApp-Hilfe funktionieren sie so:

  • Nur Nachrichten und Anrufe. Kanäle, Status, Meta AI, Standort teilen, Einmalansicht und Werbung gibt es nicht.
  • Einrichtung am Handy des Kindes über „Durch Eltern verwaltetes Konto erstellen“, dann scannst du mit deinem Handy einen QR-Code und legst eine sechsstellige Eltern-PIN fest.
  • Standardmäßig können nur gespeicherte Kontakte schreiben und anrufen. Nachrichten und Gruppeneinladungen von Unbekannten landen im Ordner „Anfragen“ und brauchen deine PIN.
  • Du wirst benachrichtigt, wenn dein Kind einen Kontakt hinzufügt, blockiert oder meldet. Chatinhalte siehst du nicht, sie bleiben verschlüsselt.
  • Mit 13 wird das Konto zu einem normalen Konto, deine Kontrollmöglichkeiten entfallen.

Ein eigenes, normales Konto unter 13 verstößt gegen die Bedingungen. Eltern können so ein Konto laut WhatsApp mit Nachweisen melden und deaktivieren lassen.

Der Klassenchat

Der Klassenchat ist praktisch und oft Stress zugleich. klicksafe und SCHAU HIN! beschreiben die typischen Probleme: Nachrichtenflut bis spät in die Nacht, Kinder, die ausgeschlossen oder bloßgestellt werden, gruselige Kettenbriefe und Inhalte, die strafbar sind, etwa Gewaltvideos oder verbotene Symbole.

Fotos anderer und strafbare Inhalte

Bilder von anderen dürfen nach § 22 Kunsturhebergesetz grundsätzlich nur mit deren Einwilligung verbreitet werden. Wer Aufnahmen weitergibt, die einer Person erheblich schaden können, kann sich nach § 201a StGB strafbar machen. Landet ein Missbrauchsbild oder Gewaltvideo im Chat, rät Rechtsanwalt Christian Solmecke bei SCHAU HIN!: nicht weiterleiten, sofort löschen, Absender blockieren, an WhatsApp melden und die Schule einbeziehen. Bei Missbrauchsdarstellungen ist schon der Besitz strafbar, mach davon auch keine Screenshots. Was bei Nacktbildern unter Jugendlichen gilt, steht unter Sexting, bei Mobbing hilft Cybermobbing: was du tun kannst.

Kettenbriefe

„Schick das an 15 Leute, sonst steht heute Nacht jemand an deinem Bett.“ Solche Nachrichten machen gerade Grundschulkindern Angst. klicksafe beobachtet eine Häufung zu Schulbeginn und zunehmend Kettenbriefe mit KI-Bildern oder Sprachnachrichten. Die Tipps von klicksafe:

  • Das Thema ansprechen, bevor der erste Kettenbrief kommt.
  • Ängste ernst nehmen und klar sagen: Wer nicht weiterleitet, dem passiert nichts.
  • Gruselige Kettenbriefe löschen statt weiterschicken.

WhatsApp markiert Nachrichten, die oft weitergeleitet wurden, mit einem Doppelpfeil und dem Hinweis „Häufig weitergeleitet“. Das ist ein guter Anlass, gemeinsam zu prüfen, ob etwas stimmt. Nachrichten, die zum Weiterleiten, zu Geldzahlungen oder zum Klick auf einen Link auffordern, sind laut WhatsApp typische Warnzeichen für Betrug.

Melden und blockieren

Zeig deinem Kind, wie das geht, bevor es gebraucht wird:

  1. Den Chat öffnen, auf den Namen tippen (iPhone) bzw. die drei Punkte und „Mehr“ wählen (Android).
  2. „Blockieren“ oder „Melden“ wählen. Beim Blockieren ist „An WhatsApp melden“ vorausgewählt.
  3. Gruppen verlässt man über den Gruppennamen und „Gruppe melden“ bzw. „Gruppe verlassen“.

Die blockierte Person erfährt davon nichts und kann keine Nachrichten oder Anrufe über WhatsApp mehr schicken. In gemeinsamen Gruppen sehen sich beide weiter, und SMS oder normale Anrufe sind laut klicksafe weiter möglich. Beim Melden erhält WhatsApp die letzten fünf Nachrichten aus dem Chat. Wird dein Kind bedroht oder belästigt, sichert vorher Screenshots der Nachrichten. Wer sonst hilft, steht unter Hilfe holen.

Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 14.09.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).

Quellen